Am 3. Juli 2025 wurde die Alea School im Bad Orber Kurpark feierlich eröffnet. Initiiert vom Textilunternehmer Henning Strauss, entstand in nur 18 Monaten ein provisorischer Campus an der Lindenallee. Insgesamt 3 000 m² bieten Platz für bis zu vier Klassen: mit modernen Unterrichtsräumen, Lehrerzimmer, Verwaltung, Aula, Besprechungsraum und Sportflächen. Die Schüler werden in einer benachbarten Gaststätte verköstigt.
Zum Start umfasst die Schule zwei Klassen (5. + 6. Jahrgang) mit insgesamt 40 Kindern – 24 Fünftklässler und 16 Sechstklässler. Ein zwölfköpfiges, internationales Lehrerkollegium setzt auf ein zweisprachiges Curriculum (Deutsch/Englisch) entlang des hessischen Lehrplans plus IB. Später wählen die Schüler zwischen dem deutschen Abitur oder dem International Baccalaureate. Englischkenntnisse sind bei der Aufnahme nicht vorab erforderlich.
Die pädagogische Ausrichtung umfasst „Genius Lessons“ zur Projektarbeit (u. a. Robotik, Spessart-Ökologie), Global Perspectives‑Unterricht und Science-Klassen mit 3D-Druckern sowie VR‑Anwendungen. Ein intensives 10‑Wochenstunden-Sprachförderprogramm bereitet Neueinsteiger effizient auf den zweisprachigen Unterricht vor. Ein Sommer-Camp ermöglicht zudem einen sanften Einstieg.
Henning Strauss‘ US-Studienerfahrungen (u. a. Pepperdine University) prägen das Konzept – gewürdigt bei der Eröffnung durch Gast Jim Gash (President Pepperdine). Mit den Fuchsmaskottchen Amber und Oak sollen Werte wie Cleverness, Mut und Neugier symbolisiert werden.
Die Schule befindet sich aktuell im Übergang zum Interimscampus. Ab 2028/29 soll der endgültige Campus an der Parkallee bezogen werden: auf 6 000 m² in einem sanierten Jugendstil-Kurhaus. Geplant sind 28 Klassenräume, 12 Fachlabore, grüne Lernterrassen und essbare Gärten. 60 % der Fläche werden als Grünzonen gestaltet.
Träger der Alea School ist eine gemeinnützige GmbH. Das monatliche Schulgeld beträgt 500 €. Ermöglicht werden geförderte Plätze durch das Norbert‑Strauss‑Stipendium (75 % Fee‑Erlass, fünf Plätze jährlich), das Bad‑Orb‑Stipendium (100 % durch Kommune, zwei Plätze jährlich) sowie weitere Unternehmensstipendien, z. B. von Peter Dächert GmbH & Co. KG. Geschwisterrabatte von 15 % gelten ab dem zweiten Kind.
Die Aufnahme erfolgt über ein mehrstufiges Verfahren: schriftliche Bewerbung (Halbjahreszeugnisse + Gymnasialempfehlung), Kennenlerntag mit pädagogischen Aktivitäten (Wissenschaft, Escape Rooms) und persönliches Gespräch mit Eltern. Kriterien sind schulische Leistung, Sozialverhalten und kreative Interessen.
Die Schülerherkunft ist regional vielfältig: 65 % Main‑Kinzig‑Kreis, 20 % Rhein‑Main, 15 % international (USA, Spanien, China). Der Lehrerschlüssel liegt bei 1:8 durch Teamteaching.
Kooperationen bestehen mit der Senckenberg Gesellschaft (Spessart‑Feldstudien, Biodiversitäts‑Monitoring im Steinbruch) und der Pepperdine University (Schüleraustausch nach Malibu ab Klasse 9 sowie jährliche Fortbildungen für Lehrkräfte in Global Citizenship Education).
Kultusminister Armin Schwarz lobte das Projekt als Beitrag zur Bildungsvielfalt. Landrat Thorsten Stolz betonte den Vorteil für junge Familien. Die Alea School ist Teil der Alea‑Destinationsmarke, die Bad Orb als Bildungs‑, Gesundheits‑ und Freizeitstandort stärkt – mit Projekten wie dem BALNOVA Medical Spa (Kooperation Eintracht Frankfurt) und dem Alea Park (Padel‑Tennis, Minigolf, Klettern).
Das Ziel: bis 2030 auf rund 600 Schüler wachsen. Das mehr als 100‑Mio.‑Euro‑Entwicklungsprojekt für Stadt und Kur wird von Strauss mit einer langfristigen Vision für Bildung, Mobilität, nachhaltige Architektur und starker regionaler Identität geprägt.